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Die Opfer-Täter Dynamik (Teil I) "Die Ich-Identifikation"




Mit der Zunahme des Materialismus seit Jahrhunderten richtete sich der Fokus mehr und mehr nach Aussen, also auf materielle Dinge, die der Selbstdefinition dienen sollen.


Dafür büsste die naturgegebene Fähigkeit ein sein Selbstbewusstsein aus sich selbst heraus, also aus der sinnlichen Selbstwahrnehmung, kreativ zu kultivieren.


Der Zugang zum inneren Selbst, die Ich-Identifikation, wird naturgemäss im Alter von

3-6 Jahren ausgeprägt.


Findet dieser Prozess aufgrund von äusseren dysfunktionalen Umständen nicht statt, so entwickelt sich die heranwachsende Menschenseele mit einer mangelnden Selbstwahrnehmung.


Das Kind identifiziert sich hierbei weiterhin meist mit der Mutter oder anderen Bezugspersonen im Aussen und bleibt damit abhängig von deren Aktionen und Reaktionen.


Wird die innere Kreativität des Kindes nicht gefördert, bleibt die notwendige erste Ablösung von der Bezugsperson hin zur gesunden Entwicklung der eigenen Individualität zu einem erheblichen Anteil aus.


Dies hat zur Folge, dass altersungemässe Abhängigkeitsstrukturen bestehen bleiben.


Das Kind benötigt weiterhin meist ausschliesslich die Anerkennung vom Aussen, um sich selbst zu definieren, da es kein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt hat.


Hierbei entsteht eine verdrehte Prägung, die oftmals auch noch im Erwachsenenalter wirksam ist.


Anstelle von dem Gefühl "Ich werde geliebt" ersetzt das emotional abhängige Kind die vermeintlich überlebensnotwendige Annahme "Ich werde gebraucht".


Schliesslich hat es gelernt Anerkennung vom Aussen zu erhalten, sobald es etwas Besonderes leistet oder sich für das Wohlbefinden anderer aufopfert.


Aus dieser Überlebensstrategie entwickeln sich also bestimmte, meist unbewusste Prägungen, die bis zu ihrer Erkennung und Erlösung auch den erwachsenen Menschen steuern.


Die Hauptmerkmale der dysfunktionalen Selbstbestätigung sind also die Ausrichtung anerkannte Leistung in jeglicher Form zu erbringen und/ oder sich für andere aufzuopfern, um sich gebraucht bzw. geliebt zu fühlen.


Das weit verbreitete Konkurrenzverhalten hat hier seinen Ursprung.


Das ständige Verlangen vom Aussen, also von anderen Personen anerkannt und geliebt zu werden, liegt der mangelhaften Entwicklung der Ich-Identität in der Kindheit zu Grunde und hat destruktive Verhaltensweisen sich selbst und anderen gegenüber zur Folge.


Menschen mit einer mangeldnen Ich-Identifikation sind leicht manipulier - und steuerbar.


Sie leben meist ein angepasstes Leben, so wie es von ihnen erwartet wird;

bis sie aus diesem Konstrukt ausbrechen und sich auf den Weg der Selbstfindung begeben.


Kommt zu diesen Komponenten auch noch der Aspekt der frühkindlichen oder vorgeburtlichen Traumata hinzu, so nimmt die Überlebensstrategie eine weitaus tiefsitzendere, unbewusste Eigendynamik an, die nicht selten zu Trauma-Tätern mutiert.


Im nächsten Artikel "Die Opfer-Täter-Dynamik (Teil II) `Trauma-Täter`" mehr dazu.



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